Arzneimittelnews.NET
Nachrichten vom Gesundheitsmarkt

News & Drug Safety

Arzneimittelmarkt
02

Gesundheitspolitik
03

Arzt & Patienten
04

interessante Links
05

Contact / Impressum
06
News & Drug Safety

Rote-Hand-Brief zu Aliskiren-haltigen Arzneimitteln

(Novartis Pharma GmbH vom 05.01.2012)
 
Der Hersteller weist in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass bei Patienten unter Behandlung mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln eine Überprüfung notwendig ist: Diabetiker sollten nicht mit einer Kombination von Aliskiren und Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptorblockern (ARB, Sartane) behandelt werden. Liegt bei Diabetikern eine solche Kombination vor, sollte Aliskiren abgesetzt und eine alternative blutdrucksenkende Medikation in Betracht gezogen werden. Betroffene Patienten sollten die Einnahme jedoch nicht beenden, bevor sie dies mit ihrem Arzt besprochen haben.
http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/20120105.pdf

 

+ + + Hinweise für Urologen + + + Hinweise für Urologen + + + Hinweise für Urologen + + + Hinweise für Urologen + + +

Apogepha weist auf Änderung der Handhabung des Applikationssystems von Urocin® 20 mg hin

Seit August 2010 wird Urocin® 20 mg (Mitomycin) in Verbindung mit einem Applikationssystem zur intravesikalen Instillation im Rahmen der Rezidivprophylaxe bei nicht-invasivem Harnblasenkarzinom nach transurethraler Resektion angeboten. Der Hersteller weist nun auf eine geänderte Handhabung der derzeit am Markt befindlichen Ware hin.
Veröffentlichung des Herstellers >>

Quelle: AkdAe, 12.11.2010
 
+ + + Interaktionsrisiko + + + Interaktionsrisiko + + + Interaktionsrisiko + + + Interaktionsrisiko + + +
Tamoxifen: Wechselwirkung mit CYP2D6-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Tamoxifen und starken Inhibitoren des Enzyms Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6) sollte möglichst vermieden werden, da hierbei eine reduzierte Wirksamkeit von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann.
Auf EU-Ebene wurde die potentielle Wechselwirkung von Tamoxifen mit
Inhibitoren des Enzyms CYP2D6 und der potentielle Effekt von CYP2D6 Genvarianten auf das klinische Ansprechen von Brustkrebspatientinnen auf die Tamoxifentherapie wissenschaftlich diskutiert.
Daten in der Literatur belegen eine pharmakokinetische Interaktion von Tamoxifen mit Inhibitoren des Enzyms CYP2D6, welches zu einer Reduzierung der Plasmakonzentration einer aktiven Form von Tamoxifen um 65-75% führt. Nach gleichzeitiger Verabreichung von Antidepressiva aus der Gruppe der
selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (z.B. Paroxetin) wurde in Studien eine reduzierte Wirksamkeit von Tamoxifen gezeigt. In anderen Studien konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden. Da ein reduzierter Effekt von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann, sollte eine gleichzeitige Gabe von starken CYP2D6-Inhibitoren möglichst vermieden werden. Zu den starken CYP2D6-Inhibitoren zählen Paroxetin, Fluoxetin, Chinidin, Cinacalcet und Bupropion.
In Bezug auf die Genvarianten des Enzyms CYP2D6 wird aufgezeigt, dass die vorliegenden publizierten Daten (hauptsächlich von postmenopausalen Patientinnen) zeigen, dass der Polymorphismus von CYP2D6 mit einem unterschiedlich starken Ansprechen auf Tamoxifen assoziiert sein kann. Der „Poor-Metabolizer-Status“ kann dabei mit einem reduzierten Ansprechen einhergehen. Die Konsequenz für die Behandlung von langsamen Metabolisierern ist derzeit noch nicht vollständig bekannt. Die zum jetzigen Zeitpunkt vorliegenden Daten zeigen keinen klaren klinischen Nutzen einer Testung von CYP2D6, um die Wirksamkeit und den Erfolg einer
Tamoxifentherapie vorherzusagen. Es besteht keine Evidenz für eine Empfehlung einer Genotypisierung vor Beginn einer Therapie mit Tamoxifen.
Sowohl die mögliche Interaktion mit starken CYP2D6-Inhibitoren, als auch die Informationen zu den Genvarianten des Enzyms CYP2D6 sollen entsprechend in den Fachinformationen und Gebrauchsinformationen von Tamoxifen wiedergegeben werden. Das BfArM wird zur Umsetzung in Kürze ein Stufenplanverfahren durchführen.
Quelle: BfArM, 03.11.2010 
 
+ + + Überdosierung durch Verabreichungsfehler + + + Überdosierung durch Verabreichungsfehler + + +
 
Mitteilung zu Überdosierungen der Memantinhydrochlorid-haltigen Arzneimittel Axura® und Ebixa® durch Verabreichungsfehler bei Anwendung der Dosierpumpe

Das Antidementivum Memantin ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Memantin soll durch antagonistische Aktivität am NMDA (N-Methyl-D-Aspartat)-Rezeptor vor der Wirkung pathologisch erhöhter toxischer Konzentrationen von Glutamat schützen, die bei Alzheimer-Demenz zu neuronalen Funktionsstörungen beitragen sollen.

Die Hersteller von Memantinhydrochlorid-haltigen Lösungen weisen auf Überdosierungen hin, die seit Einführung einer neuen Dosierpumpe im Februar diesen Jahres gemeldet wurden. Die Überdosierungen sind durch Verwechslung der durch die neue Dosierpumpe abgegebenen Dosis mit der durch die zuvor eingesetzte Tropfflasche abgegebenen Dosis entstanden. Mit einer Pumpbewegung der Dosierpumpe werden 0,5 ml Lösung abgegeben; dies entspricht 5 mg Memantinhydrochlorid. Die tägliche Höchstdosis beträgt 20 mg oder 4 Pumpbewegungen.

Lesen Sie die Informationen des Herstellers >>
Quelle: AkdAe, 15.10.2010
 
 
+ + + Sartane in der Schwangerschaft + + + Sartane in der Schwangerschaft + + + Sartane in der  
 
Schwere Fetopathien durch Einnahme von Sartanen im 2. und 3. Trimenon

Die Anwendung von Sartanen sowie von ACE-Hemmern im zweiten und dritten Trimenon kann fetotoxische Wirkungen wie Nierenfunktionsstörungen, Oligohydramnion und Verlangsamung der Schädelossifikation nach sich ziehen und beim Neugeborenen zu Nierenversagen, Hypotonie und Hyperkaliämie führen. Als Ursache wird eine Perfusionsstörung in fetalen Organen diskutiert, die zu Entwicklungsstörungen nach der Organogenese führen kann. Eindeutige Hinweise auf teratogene Effekte im ersten Trimenon liegen bisher nicht vor. Die Einnahme von ACE-Hemmern und Sartanen wird daher im ersten Schwangerschaftstrimenon nicht empfohlen und ist im zweiten und dritten explizit kontraindiziert.

Der AkdÄ wurden in kurzem Abstand zwei Fälle gemeldet, in denen Sartane trotz bestehender Kontraindikation während des zweiten bzw. dritten Trimenons eingenommen wurden und es zu fetalen Schäden gekommen ist.

Weiterlesen >> 
 
Quelle: AkdAe, 15.10.2010
 
 
+ + + Octagam® 10% + + + Octagam® 10% + + + Octagam® 10% + + + Octagam® 10% + + + Octagam® 10%
 
Octagam® 10%: Ruhen der Zulassung
 
Das Paul-Ehrlich-Institut hat unter Berufung auf die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und die Entscheidung der Europäischen Kommission das Ruhen der Zulassung des oben genannten Präparates sowie den Rückruf aller im Verkehr befindlichen Chargen (Haltbarkeitsdatum: 10/2010 bis 09/2012) mit sofortiger Wirkung angeordnet.
 
Das Ruhen der Zulassung ist bis zum 31. März 2011 befristet. Da mit dem Schwesterpräparat Octagam 5% vermehrt Verdachtsfälle thrombo-embolischer Ereignisse (TEE) aufgetreten sind, die zu einem Ruhen der Octagam-5%-Zulassung führten, wurde auch für Octagam® 10% das Ruhen der Zulassung angeordnet. Für Octagam® 10% wurden bislang keine Verdachtsfälle von TEE berichtet. Das Präparat darf nicht mehr angewendet werden. Die Apotheken werden gebeten, Ärzte und Patienten zu informieren und noch vorhandene Ware zurückzunehmen.
 
Quelle: Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, 13.10.2010
 
 
+ + + Sibutraminhaltige Arzneimittel + + + Sibutraminhaltige Arzneimittel + + + Sibutraminhaltige Arzneimittel  
Umsetzung des Beschlusses der Europäischen Kommission zum Ruhen der Zulassung aufgrund eines erhöhten Risikos kardiovaskulärer Ereignisse
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat mit Datum vom 30. September 2010 die Umsetzung des Beschlusses der Europäischen Kommission zu sibutraminhaltigen Arzneimitteln und dem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse angeordnet. Der Grund für diese Entscheidung ist die Bewertung der Sibutramin Cardiovascular Outcome (SCOUT)-Studie. Der pharmazeutische Unternehmer hatte zuvor eigenverantwortlich auf die Vermarktung seines Abmagerungsmittels (in Deutschland Reductil) aufgrund der genannten Nebenwirkungen und Risiken verzichtet.
Weitere Informationen >>
Quelle: BfArM, 30.09.2010
+ + + Informationsbrief zu Sabril® (Vigabatrin) + + + Informationsbrief zu Sabril® (Vigabatrin)  + + +
MRT-Befunde über Anomalien des Gehirns und Bewegungsstörungen
 
Im Rahmen der fortlaufenden Sicherheitsüberwachung von Sabril® (Vigabatrin) wurden Verdachtsfälle zu -Befunden über Anomalien des Gehirns und Bewegungsstörungen berichtet.-Befunden über Anomalien des Gehirns und Bewegungsstörungen berichtet.
 
Weitere Informationen >>
 
Quelle: BfArM, 04.10.2010
 
 
 
+ + + Lungenschädigung + + + Lungenschädigung + + + Lungenschädigung + + + Lungenschädigung + + +
 
Nitrofurantoinhaltige Arzneimittel: Lungenfibrose und Leberschädigung 
Aufgrund von Nebenwirkungsberichten sowie Veröffentlichungen zu Verdachtsfällen über Lungenfibrosen und Leberschädigungen hat das BfArM ein Stufenplanverfahren Stufe II zur Neubewertung zu Nutzen und Risiken in den zugelassenen und von Leitlinien empfohlenen Indikationen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, eingeleitet. Das BfArM hält es für erforderlich, die Produktinformationen insbesondere in den Abschnitten "Dosierung" und "Warnhinweise" zu ändern bzw. zu ergänzen. Dazu gehört die Beschränkung der maximalen Anwendungsdauer auf insgesamt 6 Monate.
 
Weitere Informationen >> 
 
Quelle: BfArM, 30.09.2010
 + + + Neue Zulassungsempfehlungen + + + Neue Zulassungsempfehlungen + + + Neue Zulassungsempfehlungen
EMA-Ausschuss empfiehlt Zusatzindikationen und neue Arzneimittel zur Zulassung
 
Die beiden Basler Pharmakonzerne Novartis AG und Roche Holding AG haben vom vorberatende Ausschuss CHMP der European Medicines Agency (EMA) positive Empfehlungen für Indikationserweiterungen von Krebsmedikamenten sowie für weitere Zulassungsanträge erhalten.

Die CHMP empfiehlt im Einzelnen MabThera® von Roche (Rituximab) neu zusätzlich zur Erstlinien-Erhaltungstherapie von follikulärem Lymphom nach einer Erstbehandlung. Eine Verlängerung der Therapie mit dem Medikament schützt die Patienten vor einem Fortschreiten der Erkrankung.

Zudem wurde vom Gremium mit der Analyse des Risiko-Nutzen-Profils für Avastin® (Bevacizumab) zur Therapie von Brustkrebs in Kombination mit zwei verschiedenen Chemotherapien begonnen. Roche zeigt sich überzeugt davon, dass die Daten der RIBBON-1-Studie eine Indikationserweiterung unterstützen, so die Mitteilung. Einen Entscheid der CHMP erwartet Roche noch in diesem Jahr. Im selben Fall hat die US-Gesundheitsbehörde FDA jüngst die Verlängerung der Prüffrist um drei Monate bis Mitte Dezember bekannt gegeben.

Im Zusammenhang mit Medikamenten von Novartis empfiehlt die CHMP bei Tasigna® (Nilotinib) eine Indikationserweiterung zur Therapie von erwachsenen Patienten mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom-positiven chronisch myeloischer Leukämie in der chronischen Phase. Für dieselbe Indikation wurde das Medikament bereits in den USA und in der Schweiz zugelassen. Zulassungsanträge seien auch in Japan und weiteren Ländern hängig, teilt Novartis mit.

Weiter unterstützt der Ausschuss die Marktzulassung des Novartis-Impfstoffs Aflunov® und präpandemische Grippemittel (H5N1). Zudem empfiehlt der CHMP Tobi® Podhaler® zur Zulassung. Dabei handelt es sich um eine neue trockene Pulverform von Tobramycin zur Therapie einer Lungeninfektion bei Patienten mit zystischer Fibrose ab einem Alter von sechs Jahren.
 
Quelle: swissinfo, 03.10.2010 
 
 
 
+ + + Avandia®, Avandamet® und Avaglim® vom Markt + + + Avandia®, Avandamet® und Avaglim® vom Markt
 
Rote-Hand-Brief zur Aussetzung der Vermarktung von Arzneimitteln, die Rosiglitazon enthalten
Die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von Arzneimitteln, die Rosiglitazon enthalten (Avandia®, Avandamet® und Avaglim®) mit Schwerpunkt auf kardiovaskuläre Sicherheit abgeschlossen. Der wissenschaftliche Ausschuss der Agentur (CHMP) kam zu dem Ergebnis, dass der Nutzen von Rosiglitazon die Risiken nicht länger überwiegt und hat die Aussetzung der Zulassungen in der europäischen Union empfohlen. Diese Arzneimittel werden daher im Laufe der nächsten Monate in Europa nicht mehr verfügbar sein.
 
Zum Rote-Hand-Brief >>  
Quelle: AkdAe, 27.09.2010
 
+ + + Rückruf von Octagam®  + + + Rückruf von Octagam® + + + Rückruf von Octagam® + + + Rückruf von Octagam® + + +
 
EMA empfiehlt Ruhen der Zulassung und Rückruf von Octagam® (Immunglobulin vom Menschen)

Octagam® enthält aus menschlichem Plasma hergestelltes Immunglobulin. Es ist zugelassen zur Substitutionstherapie bei primären Immunmangelkrankheiten, beim Myelom oder bei chronisch-lymphatischer Leukämie mit schwerer sekundärer Hypogammaglobulinämie und rezidivierenden Infektionen sowie bei Kindern mit angeborenem AIDS und rezidivierenden Infektionen. Es wird zur Immunmodulation bei der idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP), beim Guillain-Barré-Syndrom, beim Kawasaki-Syndrom und bei allogener Knochenmarktransplantation angewendet.

Nachdem das Paul-Ehrlich-Institut bereits am 15.09.2010 das Ruhen der deutschen Zulassung von Octagam® 5% befristet bis zum 31.03.2011 angeordnet hat, empfiehlt nun die europäische Arzneimittelagentur das Ruhen der europäischen Zulassung und den europaweiten Rückruf aller Octagam®-Präparate (5%-ige und 10%-ige Lösungen).. Ärzte sollen Octagam® nicht länger anwenden und ihre Patienten auf eine angemessene alternative Behandlung umstellen.

Hintergrund der Anordnung sind vermehrte Berichte über thromboembolische Ereignisse einschließlich Schlaganfall, Myokardinfarkt und Lungenembolie bei Patienten nach Gabe von Octagam®. Die genaue Ursache für das vermehrte Auftreten von thromboembolischen Ereignissen ist bisher nicht bekannt, es muss aber die Anwesenheit bzw. die erhöhte Konzentration von Substanzen angenommen werden, die die Blutgerinnung aktivieren und bei einzelnen Patienten zur Bildung multipler Thromben führen können.

Weitere Informationen >>
Quelle: AkdAe, 27.09.2010
 
+ + + ESC-Kongress in Stockholm + + + ESC-Kongress in Stockholm + + + ESC-Kongress in Stockholm + + +
Neuer Wirkstoff sichert lebensrettende Therapie bei Herzinsuffizienz
Patienten mit Herzschwäche profitieren prognostisch von einer möglichst vollständigen Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems.
Doch seit Aufnahme der ACE-Hemmer/AT1-Blocker und Aldosteronantagonisten in die Therapieleitlinien der Herzinsuffizienz nehmen Klinikeinweisungen wegen Hyperkaliämie zu.Vor allem ältere Patienten mit Herzinsuffizienz und zusätzlichem Nierenschaden sind hier gefährdet. Nur eine Hyperkaliämie-Episode mit Serumwerten über 5,5 mmol/l verzehnfacht die Mortalität. Aus Furcht vor arrhythmischen Komplikationen werden gerade jenen Patienten, die von einer RAAS-Blockade am meisten profitieren, die lebensrettenden Medikamente mitunter vorenthalten, oder aber sie werden nicht ausreichend dosiert, beklagte der Kardiologe Professor Bertram Pitt von der University of Michigan Medical School in Ann Arbor in den USA.
Abhilfe soll nun ein neuartiges orales Medikament schaffen, welches Kalium intestinal bindet und sich derzeit in klinischer Entwicklung befindet (RLY5016, Relypsa). Auf dem europäischen Kardiologenkongress in Stockholm stellte Pitt eine erste placebokontrollierte Doppelblindstudie mit 104 Patienten vor, in der Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Arznei in der Prävention von Hyperkaliämien unter leitliniengerechter Herzinsuffizienzbehandlung untersucht wurden. Eingeschlossen wurden Patienten, bei denen eine dokumentierte Hyperkaliämie zum Abbruch der Herzinsuffizienzbehandlung geführt hatte, oder Patienten mit Herz- und Nierenschwäche und hohen Kaliumserumwerten (4,3 bis 5,1 mmol/l). Alle Patienten wurden mit Spironolacton behandelt.
Der intestinale Kationen-Binder senkte effektiv die Kaliumwerte (4,48 versus 4,93 mmol/l). Gleichzeitig reduzierte er signifikant die Rate von Hyperkaliämien über 5,5 mmol/l (7 Prozent versus 25 Prozent), insbesondere bei Patienten mit zusätzlicher Nierenschwäche (7 Prozent versus 39 Prozent). Mehr Patienten der Verumgruppe konnten die volle Spironolacton-Dosis von 50 mg/d einnehmen (91 versus 74 Prozent). Nebenwirkungen waren leichtere gastrointestinale Beschwerden sowie Hypokaliämien bei sechs Prozent der Patienten.
Wenn diese Ergebnisse in größeren Studien bestätigt werden, dann könnten laut Pitt künftig mehr Risikopatienten mit Herz- und Nierenschwäche ihre prognostisch wirksame Behandlung in voller Dosis erhalten, ohne Hyperkaliämien befürchten zu müssen.
Quelle: ESC Kongress 2010, Stockholm, 31.08.2010
 
  
+ + + Neuer Therapieansatz gegen AIDS + + + Neuer Therapieansatz gegen AIDS + + + Neuer Therapieansatz gegen AIDS
 
Neue Strategie gegen AIDS - Kontrollierte Apoptose
 
Bisher konnten die auf dem Markt befindlichen Medikamente gegen Aids die Infektion eindämmen, aber nicht auslöschen. Ein neuer Ansatzpunkt basiert auf der vollständigen Vernichtung der Virus tragenden Zellen.
HIV ist als Retrovirus in der Lage einen Teil seiner RNA als DNA in das Genom der Wirtszelle einzubauen. Die Wirtszelle "erkennt" das fremde Erbgut als körpereigen an und produziert ab diesem Zeitpunkt neue virale RNA. Das Tückische dabei ist, dass das HI-Virus die eigentliche Körperabwehr, wie T-Helferzellen und Monozyten, befällt.
Die bisherigen Arzneistoffe der als HAART (Highly Active Antiretroviral Therapy) bezeichneten Therapie senken drastisch die Viruslast und verhinderten damit den Ausbruch der eigentlichen Krankheit. Die infizierten Zellen blieben dabei jedoch erhalten.
Einen neuen Ansatzpunkt in der HIV-Therapie haben Wissenschaftler an der Hebräischen Universität in Jerusalem beobachtet. Sie entwickelten Eiweiße, die den Anteil des eingebauten Erbgutes in das Genom der Wirtszelle drastisch ansteigen ließen. Durch diesen "Overload" der Wirtszelle mit fremder DNA, in Kombination mit einem speziellen Proteaseinhibitor, wurde eine kontrollierte Apoptose der infizierten Zelle ausgelöst und das Virus entfernt.
Im Zellkulturenversuch zeigte sich, dass nur die HIV-infizierten Zellen der Apoptose unterlagen und gesunde Zellen keinen Schaden nahmen. Dieser neue Angriffspunkt könnte der erste Schritt in Richtung Heilung bei der HIV-Therapie sein.
 
 
Quelle:  Loyter, A.  (Hebräische Universität, Jerusalem) et al.: AIDS Research & Therapy, Onlineveröffentlichung, DOI:10.1186/1742-6405-7-31, 06.09.2010
+ + + Hormonersatztherapie erneut in der Kritik + + + Hormonersatztherapie erneut in der Kritik + + +
Hormonersatztherapie (HRT): Dauer des Gestagenzusatzes bei sequenzieller HRT
Für Arzneimittel zur sequenziellen Hormonersatztherapie, bei denen der Gestagenzusatz für weniger als 12 Tage pro Behandlungszyklus vorgesehen ist, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Bescheid vom 23.08.2010 Ergänzungen der Produktinformationen angeordnet. Es wird darauf hingewiesen, dass für diese Arzneimittel nicht ausreichend belegt wurde, dass die endometriale Sicherheit durch Zugabe des Gestagens vergleichbar gut gewährleistet ist wie bei einem für 12 Tage vorgesehenen Gestagenzusatz.
Zum Stufenplanverfahren >>
Quelle: BfArM
+ + + Schwerwiegende Nebenwirkungen bei Kindern unter 5 Jahren + + + Schwerwiegende Nebenwirkungen
Grippeimpfstoff Afluria®: Fieberkrampf als Nebenwirkung bei Kindern
Der saisonale Grippeimpfstoff Afluria® sollte nicht bei Kindern unter fünf Jahren eingesetzt werden, warnt das Paul-Ehrlich-Institut. Dies teilt Hersteller CSL Biotherapies mit. In der aktuellen Impfsaison in Australien gab es im Vergleich zu den Vorjahren einen unerwarteten Anstieg von Fieber und Fieberkrämpfen bei Kindern unter fünf Jahren, die mit einem zu Afluria fast identisch zusammengesetzten Präparat (Fluvax® und Fluvax® junior, ebenfalls von CSL Biotherapies) geimpft worden waren. Die zentralnervösen Nebenwirkungen traten gelegentlich, also bei jedem hundertsten bis tausends­ten Kind auf. Wie es zu diesem unerwarteten Anstieg kam, konnten die Behörden und der Hersteller noch nicht klären. Klein- und Vorschulkinder sollten daher mit einer alternativen saisonalen Influenzavakzine geimpft werden. Die Fachinformation zu Afluria wurde entsprechend geändert.
 
Quelle: Paul Ehrlich Institut,24.08.2010
 
 
 + + + Meningitis durch Lamotrigin? + + + Meningitis durch Lamotrigin? + + + Meningitis durch Lamotrigin? + + +
 
Lamotrigin: FDA warnt vor aseptischer Meningitis
 
Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA warnt vor einer aseptischen Meningitis als seltener Nebenwirkung von Lamotrigin. Die nicht bakteriell bedingte Entzündung der Hirnhäute wurde in den USA bei 40 Patienten beobachtet, allerdings über einen relativ langen Zeitraum (12.1994 - 11.2009). Die Symptome wie Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Übelkeit und Erbrechen traten innerhalb von 42 Tagen nach Einnahmebeginn auf. Falls kein anderer Grund für eine Meningitis festgestellt werden kann, soll das Antiepileptikum abgesetzt werden, rät die FDA.
 
Quelle: FDA, 24.08.2010
 
+ + +   Rote-Hand-Brief zu Quixil®/Evicel™ + + + Rote-Hand-Brief zu Quixil®/Evicel™ + + + Rote-Hand-Brief
Rote-Hand-Brief zur Gefahr lebensbedrohlicher Luft- und Gasembolien bei der Verwendung eines Sprühapplikators mit Druckregler zur Verabreichung von Quixil® / Evicel™ Lösungen für Fibrinkleber
Quixil®/Evicel™ sind Lösungen für Fibrinkleber, die zur Verbesserung der Blutstillung bei Operationen angewendet werden. Die beiden Hersteller weisen in einem Rote-Hand-Brief darauf hin, dass bei Verwendung von Spraygeräten mit Druckreglern zur Verabreichung von Quixil®/Evicel™ Luft- und Gasembolien aufgetreten sind, darunter zwei lebensbedrohliche Luftembolien. Diese standen offensichtlich im Zusammenhang mit der Anwendung des Spraygerätesbei höheren als den empfohlenen Drücken und/oder zu geringem Abstand von der Gewebeoberfläche. Die veränderte Fachinformation enthält Anweisungen für die Applikation von Fibrinkleber mit einem Sprühapplikator, um Luft- und Gasembolien zu vermeiden. Zu den wichtigsten Punkten gehört, dass bei Applikation von Quixil®/Evicel™ mit einem Spraygerät der Druck innerhalb des vom Hersteller des Spraygerätes empfohlenen Bereichs liegen sollte und der empfohlene Abstand eingehalten wird.
Lesen Sie den Rote-Hand-Brief zur Gefahr lebensbedrohlicher Luft- und Gasembolien bei der Verwendung eines Sprühapplikators mit Druckregler zur Verabreichung von Quixil®/Evicel™ Lösungen für Fibrinkleber: http://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/RHB/Archiv/2010/20100816.pdf.
Quelle: AKdAe
 
+ + + Riskante Arzneimittel für Senioren + + + RiskanteArzneimittel für Senioren + + + Riskante Arzneimittel
  
Priscus-Liste: Schädliche Arzneistoffe im Alter

Erstmals liegt in Deutschland ein Katalog mit Medikamenten vor, die alte Menschen gefährden. Diese sogenannte Priscus-Liste umfasst 83 Wirkstoffe sowie geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Komplikationen und therapeutische Alternativen. Sie könnte Ärzten und Apothekern eine wertvolle Unterstützung bieten.
Ein alternder Organismus reagiert anders auf Medikamente als ein junger, was womöglich deren Wirksamkeit beeinflusst oder die Gefahr für Neben- und Wechselwirkungen erhöht. Verschärft werden diese Risiken, weil Senioren oft an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden und entsprechend viele Medikamente benötigen.
Als Anhaltspunkt für eine möglichst sichere Arzneimitteltherapie im Alter hätten Experten in verschiedenen Ländern anhand der vorliegenden Daten Listen mit »potenziell inadäquaten Medikamenten« (PIM) zusammengestellt. Das wohl bekannteste Beispiel ist die US-amerikanische Beers-Liste, die 1991 veröffentlicht und 2003 aktualisiert wurde. Sogenannte PIM-Listen aus anderen Ländern lassen sich allerdings nur begrenzt auf Deutschland übertragen, denn es können sich dort Wirkstoffe im Handel befinden, die in Deutschland über keine Zulassung verfügen – und umgekehrt. Zudem gibt es oft unterschiedliche therapeutische Leitlinien und Verordnungsgewohnheiten der Ärzte in den einzelnen Ländern.
 
Aufgrund dieser Überlegungen hat Thürmann mit ihren Kollegen Stefanie Holt und Dr. Sven Schmiedl eine PIM-Liste speziell für Deutschland entwickelt und »Priscus-Liste« genannt.
 
Die Erarbeitung einer PIM-Liste für Deutschland auch zu den Zielen des Aktionsplans »Arzneimitteltherapiesicherheit 2008/2009« des Bundesministeriums für Gesundheit. Eine Kurzversion der Priscus-Liste und die Vorgehensweise bei ihrer Entwicklung finden sich in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts (doi: 10.3238/arztebl.2010.0543).
 
Als Ausgangspunkt dienten demnach die US-amerikanische Beers-Liste in ihrer ursprünglichen und aktualisierten Fassung sowie PIM-Listen aus Kanada und Frankreich. Im nächsten Schritt galt es umgekehrt, die hierzulande erhältlichen und häufig bei Senioren genutzten, aber dann möglicherweise gefährlichen Medikamente zu ergänzen. Das geschah laut Thürmann auf Basis der Roten Liste, von deutschen Verordnungsdaten und umfangreichen Literaturrecherchen in medizinischen Datenbanken.
 
Die ermittelten Präparate wurden 25 Experten aus der Altersmedizin, Pharmazie und sechs weiteren Fachrichtungen zur strukturierten, zwei Runden umfassenden Begutachtung vorgelegt. Dabei bewertete jeder Sachverständige die Eignung sämtlicher Wirkstoffe für Senioren auf einer fünfstufigen Skala und gab zusätzliche Kommentare ab. Das Verfahren einer modifizierten Delphi-Methode, eignet sich zur wissenschaftlichen Einschätzung bestimmter Fragenstellungen, wenn für eine Metaanalyse nicht genug klinische Studiendaten vorliegen. Auch andere PIM-Listen wurden bereits auf diese Weise entwickelt.
 
Das Ergebnis der deutschen Untersuchung, die finale Priscus-Liste, umfasst 83 Wirkstoffe, die als potenziell ungeeignet für Senioren gelten und 18 verschiedenen Arzneistoffklassen aus einem breiten Spektrum an Behandlungsgebieten entstammen.
 
Als wichtige Beispiele für riskante Arzneimittelklassen sind zu nennen:
  • nichtsteroidalen Antiphlogistika und -rheumatika (NSAID)
  • trizyklischen Antidepressiva
  • Anticholinergika
  • Benzodiazepine
Letztere etwa zeigen als gruppenübergreifende Probleme ein erhöhtes Risiko für Stürze und nachfolgend auch für Brüche sowie für psychiatrische Reaktionen und geistige Beeinträchtigungen. Das geht aus den Begründungen für die Aufnahme der einzelnen Wirkstoffe auf die Priscus-Liste hervor, die die Autoren ebenfalls liefern. In einer weiteren Rubrik nennen sie Begleiterkrankungen, bei denen die Vermeidung der PIM besonders empfehlenswert erscheint. Doch ist der Katalog nicht bloß eine Negativ-, sondern auch eine Positivliste. Denn darin finden sich zu den riskanten Arzneimitteln auch mögliche unbedenkliche Alternativen. Und sollte sich ein problematischer Wirkstoff gar nicht vermeiden lassen, dann nennen die Autoren geeignete Maßnahmen zum Schutz der Senioren. Es wird angegeben in welchen Abständen die Leberwerte des Patienten zu überprüfen sind, um eintretende Nebenwirkungen rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.  
 
Im Prinzip handelt es sich bei der Priscus-Liste um eine Art »Pharmakologiebuch für alte Menschen. Allerdings erhebt sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit und muss im nächsten Schritt ihren Wert zum Schutz der Senioren unter Beweis stellen. Dafür planen Thürmann und ihre Kollegen schon einen großen Praxistest im wörtlichen Sinne.
Es sollen niedergelassene Ärzte mit einer Kurzversion der Liste ausgestattet werden, die dann in einer klinischen Studie überprüfen, ob die konsequente Umsetzung unserer Empfehlungen tatsächlich zur Verringerung von Komplikationen bei Senioren führt.
Wenn die Liste dabei ihren Nutzen bestätigt, könnte sie Einzug in den Arbeitsalltag der Heilberufler halten. Vorstellbar wäre eine Einarbeitung in Therapieleitlinien und eine Hinterlegung in die Verordnungs- und Apotheken-Software.
 
Die Liste ist als Hilfestellung und Unterstützung für Ärzte und Apotheker gedacht, kann die auf den individuellen Patienten bezogene Nutzen-Risiko-Abwägung jedoch nicht ersetzen. Sie eignet sich aber, um Heilberufler für die vielfältigen Probleme bei der Arzneimitteltherapie älterer Menschen zu sensibilisieren.
 
Die vollständige Priscus-Liste lässt sich im Internet unter www.priscus.net abrufen. 
 
Quelle: www.pharmazeutische-zeitung.de, 18.08.2010
 
 
+ + + Erhöhtes Asthmarisiko durch Paracetamol? + + + Erhöhtes Asthmarisiko durch Paracetamol? + + +
Paracetamol verdoppelt Asthmarisiko bei Kindern
Paracetamol,ein beiKindern gerne und häufig eingesetztes Analgetikum und Antipyretikum, begünstigt möglicherweise die Entstehung von Asthma und anderen atopischen Erkrankungen. Dies geht aus einer Querschnittsstudie im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2010; doi:10.1164/rccm.201005-0757OC) hervor.

Die International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC) ist die weltweit größte epidemiologische Studie, die nach den Ursachen der steigenden Rate von Asthmaerkrankungen in den Industrieländern sucht.

Wenn die jetzige Auswertung von Richard Beasley vom Medical Research Institute of New Zealand in Wellington den Kern trifft, dann könnte Paracetamol eine der wesentlichen Gründe sein.
In der Phase III von ISAAC füllten mehr als
300.000 Teenager aus 50 Ländern im Alter von 13 und 14 Jahren Fragebögen aus, in denen sie unter anderem nach der Einnahme von Paracetamol befragt wurden. Wie Beasley berichtet, gab es eine signifikante Assoziation zwischen der Einnahme von Paracetamol und den Symptome atopischer Erkrankungen. Ein moderater Einsatz (medium users) des Wirkstoffs war mit einem um 43 Prozent erhöhten Asthmarisiko assoziiert. Ein häufiger Einsatz (high users) erhöhte das Risiko um den Faktor 2,51. Auch Symptome der beiden anderen bei Kindern häufigen atopischen Erkrankungen traten nach dem Einsatz von Paracetamol häufiger auf: Für die Rhinokonjunktivitis wurde ein um 38 Prozent (medium users) oder 2,39-fach (high users) erhöhtes Risiko gefunden. Ekzemerkrankungen traten zu 31 und 99 Prozent häufiger auf.
Die Ergebnisse einer Querschnittsstudie belegen zwar keine Kausalität, doch aus Sicht der American Thoracic Society spricht einiges für diese Annahme. Es gebe gleich
mehrere biologisch plausible Erklärungen, heißt es in der Pressemitteilung.

So könnte Paracetamol den oxidativen Stress erhöhen, weil Gluthadion, das wichtigste Antioxidans der Zellen, durch den Abbau von Paracetamol erschöpft werde. Die Folge könnte eine erhöhte Entzündungsbereitschaft sein.
Paracetamol würde auch die Immunantwort auf Infektionen mit Rhinoviren vermindern und damit die Symptome verlängern, heißt es in der Pressemitteilung. Rhinoviren seien aber ein häufiger Auslöser von schweren Asthmaausbrüchen in der Kindheit.
Wenn Beasley mit seiner Vermutung Recht hat, dann könnten nach den Ergebnissen der Studie 40 Prozent aller Erkrankungen auf den Einsatz von Paracetamol zurückgehen (population attributable risk). Der Autor fordert deshalb dringend die Durchführung von randomisierten klinischen Studien. Dort müsse untersucht werden, ob Kinder nach dem Einsatz von Paracetamol tatsächlich häufiger asthmatische Symptome entwickeln als unter Placebo.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt online (16.08.2010)
+ + + Rote-Hand-Brief-Xyrem+ + + Rote-Hand-Brief-Xyrem+ + +Rote-Hand-Brief-Xyrem+ + +Rote-Hand-Brief-
Rote-Hand-Brief zum Risiko von Dosierungsfehlern mit Xyrem® (Natriumoxybat) aufgrund einer Verwechslungsmöglichkeit zwischen Gramm (g) und Milliliter (ml)

Xyrem® (Natriumsalz der Gammahydroxybuttersäure, Natriumoxybat) ist ein auf das Zentralnervensystem wirkendes Sedativum, das zur Behandlung der Narkolepsie bei erwachsenen Patienten zugelassen ist. Als Betäubungsmittel unterliegt es betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften.
Lesen Sie dazu auch den Rote Hand Brief >>
Quelle:AkdAe, 12.08.2010
+ + +  Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten + + + Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten + + + 
BfArM und die Europäische Arzneimittelagentur bewerten Studienergebnisse zum Risiko von Krebserkrankungen
Im Juni 2010 wurden in der Zeitschrift „Lancet Oncology“ die Ergebnisse einer Metaanalyse publiziert (Sipahi et al., 2010), in der ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten neuer Krebserkrankungen unter Therapie mit Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten beobachtet wurde.

Die Autoren suchten nach randomisierten kontrollierten klinischen Studien, die mindestens 100 Patienten einschlossen und eine Beobachtungszeit von mindestens 12 Monaten umfassten. Von 60 als relevant identifizierten Publikationen gingen 9 Studien in die Analyse ein, für die die Autoren Angaben zur Häufigkeit von Krebserkrankungen fanden. Diese Studien schlossen insgesamt 94.570 Patienten ein und umfassten eine Therapiedauer von 1,7-4,8 Jahren. Dabei fand sich für das Auftreten neuer Krebsfälle ein leicht erhöhtes Risiko unter Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten im Vergleich zu Placebo oder einer Vergleichstherapie (7,2% versus 6,0%; Risikoverhältnis (RR) 1,08; 95%-Konfidenzintervall: 1,01-1,15; p=0,016). Das Risiko für das Auftreten von Todesfällen durch Krebserkrankungen war in den ausgewerteten Studien nicht signifikant erhöht (1,8% versus 1,6%; RR=1,07; 95%-Konfidenzintervall: 0,97-1,18). Die Ergebnisse dieser Metaanalyse haben auf Grund verschiedener methodischer Schwächen nur eine begrenzte Aussagekraft und der Risikoverdacht bedarf weiterer Abklärung.

In Deutschland sind derzeit Candesartan, Eprosartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan, Telmisartan und Valsartan als Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten zugelassen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weist darauf hin, dass das Nutzen-Schaden-Verhältnis der Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten derzeit insgesamt als positiv bewertet wird. Patienten, die Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten einnehmen, sollten die Einnahme nicht ohne vorherige Beratung mit ihrem behandelnden Arzt beenden. Sie sollten auch ärztlichen Rat zu allen Fragen über die Fortführung oder Änderung der Behandlung mit Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten einholen.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bewerten derzeit die aktuellen Studienergebnisse. Das BfArM wird über den Fortgang der Beratungen weiter informieren.

Literatur:
Sipahi I, Debanne SM, Rowland DY, Simon DI, Fang JC.
Angiotensin-receptor blockade and risk of cancer: meta-analysis of randomised controlled trials. Lancet Oncology. 2010 Jul;11(7):627-36. Epub 2010 Jun 11.
Quelle: BfArM (erstellt: 05.08.2010 / aktualisiert 05.08.2010)
 
 
+ + + Krebsrisiko in der Langzeittherapie + + + Krebsrisiko in der Langzeittherapie + + + Krebsrisiko
 
Mitteilung über das mögliche Risiko für das Auftreten von Plattenepithelkarzinomen der Haut bei einer Langzeittherapie Voriconazol
Voriconazol ist ein Breitspektrum-Antimykotikum vom Triazol-Typ und ist zugelassen für die Behandlung der invasiven Aspergillose, der Candidämie bei nicht-neutropenischen Patienten, bei schweren, invasiven, Fluconazol-resistenten Candida-Infektionen und bei schweren Pilzinfektionen durch Scedosporium spp. und Fusarium spp. Es sollte in erster Linie bei Patienten mit progressiven, möglicherweise lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden.
Der Hersteller informiert über Fälle von Plattenepithelkarzinomen der Haut, die bei Patienten unter einer Langzeitzeittherapie mit Voriconazol aufgetreten sind. Die betroffenen Patienten wiesen phototoxische Reaktionen und weitere Risikofaktoren einschließlich einer Immunsuppression auf. Zwar ist nach Angaben des Herstellers nicht belegt, ob und inwieweit Voriconazol zur Entwicklung eines Plattenepithelkarzinoms beiträgt, um das Risiko phototoxischer Reaktionen zu senken, sollten Patienten jedoch direktes Sonnenlicht meiden, schützende Bekleidung tragen und Sonnenschutzmittel verwenden. Voriconazol sollte nur in den zugelassen Indikationen bei möglichst kurzer Behandlungsdauer eingesetzt werden.
 
Weitere Unterlagen des Herstellers und Fachinformation zu Vfend® >>  
Quelle: AKdAe, 20.09.2010
 
+ + + Herzrisiko durch Carboplatin? + + + Herzrisiko durch Carboplatin? + + + Herzrisiko durch Carboplatin?
 
 Koronarspasmus unter Carboplatin
 
Carboplatin ist ein Zytostatikum, das wie das verwandte Cisplatin durch die Vernetzung von DNS-Strängen die Zellteilung hemmt. Es ist unter anderem indiziert zur Behandlung von fortgeschrittenen Ovarial- und Bronchialkarzinomen.
Der AkdÄ wurde von einer 68-jährigen Patientin berichtet, die wegen eines metastasierten Ovarialkarzinoms eine Chemotherapie mit 450 mg Carboplatin und 260 mg Paclitaxel erhalten hat. Bei der ersten Gabe wurde die Kombination problemlos vertragen. Bei einer zweiten Gabe drei Wochen später wurde die Patientin zehn Minuten nach Beginn der Infusion von Carboplatin kollaptisch, zeigte ein kurzes Krampfäquivalent und klagte über Thoraxschmerzen. Im EKG fand man eine Bradykardie mit ST-Strecken-Hebungen über der Hinterwand. Laborchemisch waren keine Infarktzeichen nachweisbar (CK normwertig, Troponin T negativ). Die EKG-Veränderungen waren kurze Zeit später zurückgebildet.
Weitere Informationen >>
 
Quelle: AKdAe, 20.09.2010
 
 
 + + Darmperforation durch Methylnaltrexoniumbromid + + Darmperforation durch Methylnaltrexoniumbromid
 
Mitteilung über Berichte von gastrointestinalen Perforationen im Zusammenhang mit der Gabe von Methylnaltrexoniumbromid
Methylnaltrexoniumbromid ist ein peripherer Opioidantagonist. Aufgrund der eingeschränkten Fähigkeit von Methylnaltrexoniumbromid, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, soll es an peripheren Geweben seine Wirkung entfalten ohne die opioidvermittelten analgetischen Effekte im zentralen Nervensystem zu beeinflussen. Der Wirkstoff wird subkutan verabreicht und ist zugelassen zur Behandlung einer opiodinduzierten Obstipation bei Patienten, die in fortgeschrittenen Krankheitsstadien eine palliative Behandlung erhalten und auf übliche Laxantien nicht ausreichend ansprechen.
Der Hersteller weist auf Fälle von gastrointestinalen Perforationen hin, die bei mit Relistor® behandelten Patienten aufgetreten sind. Weltweit wurden bis Ende März 2010 zehn medizinisch bestätigte Fälle von Darmperforation gemeldet. Aufgrund der schwerwiegenden Ereignisse soll das Arzneimittel bei Patienten mit bekannten oder vermuteten Läsionen des Gastrointestinaltrakts nur mit Vorsicht angewendet werden und die Patienten sollen dazu angehalten werden, schwere, anhaltende und/oder sich verschlechternde abdominelle Symptome umgehend mitzuteilen.
Weiterführende Informationen des Herstellers und aktuelle Fachinformation zu Relistor®>>
 
 Quelle: AKdAe, 20.09.2010
 
 
+ + + Risiko durch Röntgenkontrastmittel + + + Risiko durch Röntgenkontrastmittel + + +
 
Informationen für Bedienstete im Gesundheitswesen - Gadolinium-haltige Kontrastmittel und das Risiko für das Auftreten von nephrogenen systemischen Fibrosen (NSF)
 
Diese Mitteilung ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde >> und den Arzneimittelbehörden in der EU erstellt und verabschiedet worden.
Grundlegende Hinweise zum Risikobewertungsverfahren
Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat eine Bewertung des Risikos einer nephrogenen systemischen Fibrose in Zusammenhang mit der Gabe von Gadolinium(Gd)-haltigen Kontrastmitteln durchgeführt. Basierend auf den aktuell verfügbaren Daten hat der CHMP beschlossen, dass das NSF-Risiko der Gd-haltige Kontrastmittel wie folgt klassifiziert wird:
Hohes Risiko:
Omniscan® (Gadodiamid), OptiMARK® (Gadoversetamid), Magnevist® (Gadopentetsäure)
Mittleres Risiko:
MultiHance® (Gadobensäure), Primovist® (Gadoxersäure), Vasovist® (Gadofosveset)
Niedriges Risiko:
Gadovist® (Gadobutrol), ProHance® (Gadoteridol), Dotarem® (Gadotersäure)
 
Weitere Informationen >> http://www.bfarm.de/cae/servlet/contentblob/1298456/publicationFile/96880/gadolinium_hauptinformation.pdf
 
Quelle: BfArM, 07.09.2010
 
News & Drug SafetyArzneimittelmarktGesundheitspolitikArzt & Patienteninteressante LinksContact / Impressum